Sahne-Diät

Götz Heines SAHNE DIÄT wurde Ende des 20.Jhdt veröffentlicht. Achtzig Jahre zuvor hatten deutsche Ärzte den Wert von Sahne bei Entzündungen von Gallenblase und -Gängen beobachtet und einige Versuche veröffentlicht. Die folgenden, subjektiven Beobachtungen führten zur heutigen Form der Diät:

Beobachtung 1

Die persönliche Erfahrung, wie ein Baby reagiert, das mit all den angepriesenen pflanzlichen Ölen aus Naturkost- und Reformhäusern, anstatt mit geschmolzener Butter oder besser noch: frischer geschlagener Sahne (!) gefüttert wird. Zu Zeiten von Muttermilch-Engpässen sind beide letztgenannten Lebensmittel obwohl reich an gesättigten Fetten und Cholesterin für Babies problemlos.

Beobachtung 2

Wenn, wie Ernährungswissenschaftler wissen, alle Fette zur gleichen Nährstoffgruppe gehören, und warum, wenn pflanzliche Öle aufgrund ihres höheren Gehalts an un- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ‘wertvoller’ sind, weiß der menschliche Körper das nicht?  Offensichtlich interessiert es ihn nicht einmal, wenn es darum geht, seinem Nachwuchs das beste Fett zu geben, das man finden kann, denn Muttermilch enthält fast gar keine ungesättigten Fettsäuren. Selbstverständlich soll hiermit nicht behauptet werden, dass der Mensch über einen ausgedehnten Zeitraum ausschließlich von Schlagsahne leben soll. Aber die Beobachtung sei Grund für die Vermutung, dass physikalische und chemische Werte nicht immer im Maßstab 1:1 auf Säugetiere übertragen werden können…

Darüber hinaus: Wie ist es möglich, dass manche Ernährungsfachleute anscheinend vergessen, dass der menschliche Körper ein ziemlich komplexes lebendes System ist und deshalb für ‘Convenient Food’ chemischer Labors nicht gemacht ist? Hingegen erweist sich frisch geschlagene Sahne als äußerst ‘konvenierend’.  Sie erfüllt beide Anforderungen, sowohl als Brennstoff, als auch als Quell hormoneller Regeneration. Ist es eine ‘Nebenwirkung’, dass ihr natürlicher Gehalt an Cholesterin den Fortpflanzungsdrüsen dafür dient, lebenswichtige Hormone herzustellen? Bestimmt nicht. Auf der anderen Seite: die Art schlappen Stoffwechsel, die man vermehrt bei heutigen Kindern und Erwachsenen vorfindet, ist das eindeutige Ergebnis eines Mangels an ausgedehnter Bewegung und einer Ernährung, die sich auf Kohlenhydrate und Stärke konzentriert. Mehr noch: Diese Individuen erzeugen Stoffwechselschlacken wie Ketone, die im Gegenzug reibungsfreie Körperfunktionen blockieren – ein teuflischer Kreislauf beginnt.

Beobachtung 3

Athleten und Menschen, die ihren Fettstoffwechsel reaktivieren wollen, müssen sich speziell darauf vorbereiten. Tun sie das nicht, sind, wie eine australische Studie belegt, ihre Bemühungen nutzlos (die Studie untersuchte die Leistungsunterschiede von Athleten, die mit einer auf Fett basierenden Ernährung versorgt wurden. Da sich die Wissenschaftler nicht darauf verlegten, ihnen gleichzeitig eine Null-Kohlenhydrat-Diät zu verabreichen, reagierten die Athleten nicht. Das ist nämlich Voraussetzung´für eine erfolgreiche Umstellung des Organismus auf einen funktionierenden Fettstoffwechsel. Ansonsten gibt es keinen erkennbarer Effekt der Fett-Ernährung auf Ausdauerathleten. Dabei ist gerade ein auch unter Extrembedingungen funktionierender Fettstoffwechsel unabdingbare Voraussetzung, um Ausdauersportarten wettkampftechnisch zu dominieren. Siehe dazu: http://jap.physiology.org/content/100/1/7.fullmaxtoshow=&HITS=10&hits=10&RESUL TFORMAT=&author1=burke+lm&searchid=1&FIRSTINDEX=0&sortspec=relevance& resourcetype=HWCIT#content-block )

Beobachtung 4

Die gute Nachricht ist, dass die Fähigkeit, aufgenommene und eingelagerte Fette wieder zu verbrennen mit Hilfe der SAHNE DIÄT re-aktiviert werden kann. Ja, Fettverbrennung kann trainiert werden – so wie Laufen, Radfahren und Schwimmen. Und: Wer mit gesundem Verstand würde diese verschiedenen Disziplinen sofort miteinander kombinieren? Ist es nicht etwas kurzsichtig, den Fettstoffwechsel sofort mit verschiedenen Ölen, Enzymen oder sogar Kohlenhydraten zu überfrachten, nur damit er frei von Cholesterin bleibt? Wäre es nicht besser, ihn erst einmal mit dem ‘menschlichsten’ Fett, dem Blutfett (also SAHNE) trainieren zu lassen? Darum sollte die SAHNE DIÄT durchgeführt werden, b e v o r  mit ernsthaftem Training begonnen wird. Oder was soll es für einen Sinn machen, Übergewichtige erst einmal auf den Laufkurs zu schicken, bis, ja bis sie ihre Gelenke erfolgreich ruiniert haben?! Welchen Sinn sollen kalorienreduzierte Diäten haben, wenn die Betroffenen ihre eigenen überreichlichen Fettdepots (noch) gar nicht ansteuern können?!

Strategie: Das Wichtigste ist, dass die Energiequelle überhaupt genutzt werden kann, also gegessen, verdaut und anständig ‘verbrannt’. Das verlangt fett-spaltende Enzyme und das Einverständnis der Muskel- und Nervengewebe, Stoffwechsel-Abfälle des Fettstoffwechsels wie z.B. die Ketone rückstandslos zu verbrennen. Keine Sorge, auch das kann wieder erlernt werden. Positiver Nebeneffekt ist, dass anders als bei Fasten  wertvolle Muskelmasse und andere Eiweißdepots erhalten bleiben, anstatt ausgelöscht zu werden. Also: Kein Muskelschwund während der Gewichtsreduktion (vergleiche: Ketogene Diät der Body Builder http://www.bodybuilding.com/fun/keto.htm und bei Epileptikern http://en.wikipedia.org/wiki/Ketogenic_diet )

Ein anderer ‘Neben-’ Effekt der SAHNE DIÄT ist ihr positiver Einfluss auf die gesunde Darmflora, die bekanntlich weitgehend aus Milchsäure-Bakterien besteht. Anstatt nun(teure) Bifidus-, Coli- oder Milchsäure-Stämme zu schlucken, Sauerkraut oder -Teig -   die SAHNE -DIÄT ist hochwirksam, wenn es darum geht, die Darmflora zu reinigen und neu aufzubauen – für deutlich weniger Geld.

Aufgepasst – Um ein guter Fettverbrenner zu werden, sollte erst einmal nicht von vorrangiger Bedeutung sein, Gewicht zu verlieren! Das erste Ziel der Diät ist es, einst gut-bekannte, jetzt lang-vergessene Verdauungsmechanismen wieder einzuüben, Verdauungskraft für Milchfett (Sahne, Butter, Käse) als erste Energiequelle zurück zu gewinnen und gleichzeitig den Druck auf die Verdauungsdrüsen und -Organe zu mindern, komplexe Nahrungskombinationen zu bewältigen. Sicher, als Nebeneffekt schmelzen die Fettablagerungen wie Eis in der Sonne, die Pfunde purzeln, weil auch viel überschüssiges Wasser ausgespült wird. Wenn Sportler danach ohne jegliche Anzeichen von Ermüdung und Hungerast stundenlang arbeiten können, weniger Milchsäure aufbauen und deutlich weniger Schwitzen und Durst haben, dann dient das als Anzeichen dafür, dass weniger Abfall durch ihre Blutbahn kreist - ein gelungener Wechsel aufgrund der SAHNE DIÄT, richtig?

Heute überall verfügbare Gas- und volumetrische Messinstrumente sind für jeden einfach einzusetzen, um die hier aufgestellten Behauptungen bezüglich verbesserter Stoffwechsel-Fähigkeit stichhaltig zu belegen.

Im Folgenden ein Erfahrungsbericht des 5-fachen IRON-Distanz Siegers Jo -die Rakete- Spindler:       Jo

( Bild mit freundlicher Genehmigung von: http://www.jospindler.com/ )

“Ich nutze die Sahne Diät schon relativ lange und habe mit dieser Stoffwechselumstellung 5 Langdistanzen gewonnen. 

Ich mache meine Leistungstests bei STAPS. Dort können sie die VO2max und die Laktatbildungsrate getrennt bestimmen und aus diesen beiden Werten die Schwellenleistung berechnen. Wir haben den Einfluss der Ernährung eher zufällig bei einigen dieser Tests festgestellt: Der Test nach der Sahne Diät führte zu einer signifikant erniedrigten Laktatbildungsrate, bei gleichbleibender VO2max – was zu einer geringfügigen Leistungssteigerung an der ANS führte, aber zu einer signifikanten Leistungssteigerung im Steady-State (Übergang G1/G2 bzw.. Ironman-Intensität – oder in anderen Worten, man kann einen höheren %-Satz der Schwellenleistung über lange Dauer ausschöpfen)!
In einer anderen Saison haben wir versucht, die Leistung über die VO2max zu verbessern. Durch das dafür notwendige sehr intensive Training habe ich notgedrungen etwas mehr Kohlenhydrate gegessen, gerade auch vor den Einheiten. Im darauf folgenden Test war die VO2max tatsächlich verbessert (69 auf 74 ml/min/kg) allerdings gleichzeitig auch die Laktatbildungsrate deutlich erhöht. Der Zugewinn an Leistung durch die erhöhte VO2max wurde durch die Verschlechterung der Laktatbildungsrate eliminiert, sodass die Schwellenleistung im Vergleich zum Test vor der Trainingsperiode gleich geblieben ist – ABER die Leistungsfähigkeit im Steady-State signifikant erniedrigt war.
Praktisch hatte das zur Folge, dass ich bei längeren Ausfahrten schon nach 2h KH substituieren musste, wohingegen ich nach einer 2-wöchigen Erholungsphase nach der Sahne-Diät harte Koppeltrainings mit 4h IRONMAN-Tempo und 25km Lauf (4:00 min/km) locker mit nur 1 Flasche (750ml) Wasser absolvieren konnte.
Ich bin kein Sportwissenschaftler, sondern Sportler, und daher nicht so sehr an Zahlen interessiert als vielmehr an Leistungen und Ergebnissen. Ich habe seitdem keinen Leistungstest mehr gemacht, sondern meine Fitness mehr an meinem KH-Bedarf bei langen, intensiven Einheiten gemessen (und dem Quotienten Durchschnittsleistung/Durchschnittstempo). Grundsätzlich ist es kein Problem, 6h am Tag qualitativ hochwertig zu trainieren mit einer Diät von Sahne, Früchten, Nüssen und Käse (was etwa einer KH-Aufnahme von 60-120g/Tag entspricht) – VORAUSGESETZT man hat zuvor die Stoffwechselumstellung korrekt durchgeführt.
Leistungen über die Langdistanz sind gerade im Profibereich immer (Fett-)Stoffwechsel-limitiert, nie Fitness-limitiert. Insofern wird immer der Athlet mit dem besseren Fettstoffwechsel die Nase vorn haben, weil er einfach länger schnell kann. :-) )
Wenn dein Trainer vor der KH-Reduktion bzw.. SAHNE DIÄT warnt, um das Training nicht zu gefährden, dann trainiert er fitness– nicht stoffwechselorientiert und verfehlt damit das eigentlich leistungsentscheidende Kriterium auf der Langdistanz. Wirkliches Langdistanztraining muss stoffwechselorientiert sein und schaut damit ganz anders aus, als man es in allen Trainingsratgebern oder Triathlon-Magazinen lesen kann.
Was die WK-Ernährung selbst betrifft, so habe ich Götz’ Vorschlag, (nahezu) völlig auf KH’s zu verzichten, noch nicht ausprobiert.Jedoch nehme ich während des WK’s keine feste Nahrung zu mir und höchstens 1-2 Gels. Der Rest ist Wasser und eine KH-Lösung. Pasta-Parties am Tag vor dem WK sind fatal, weil dann die ganzen halb-verdauten KHs irgendwo im Intermediärstoffwechsel herumschwirren, wo sie keinem helfen und man bloß furchtbar aufgedunsen und träge ist und beim Schwimmen Magenprobleme bekommt.
Letztendlich helfen Zahlen wenig; was zählt ist die praktische Erfahrung und das Ergebnis am Ende. Und Erfahrungen muss man immer selbst machen. Das ist ja das Schöne am Sport.
Daher würde ich dir raten, es einfach auszuprobieren und deinen Körper sprechen zu lassen.

Vorgehensweise:

Nach einer kompletten Darmentleerung wird dem Körper für einige Tage nur noch geschlagene Sahne (ohne Zusatzstoffe!) zugeführt. Mengen bis zu einem Liter sind dabei für Sportler je nach Trainingspensum keine Seltenheit. Die Umstellungsphase dauert ca.. 7, die Kur rund 10 Tage – je nach Verträglichkeit, denn die Sahne-Kur ist kein ‘Hungerleider’-Camp, keine Fastenkur, sondern eine Rückbesinnung auf einen ehemaligen Basisstoff unserer Ernährung. Jeder entwickelt hierbei entsprechend seiner ganz persönlichen Vorgeschichte (zurückliegenden Erkrankungen,  Medikamenten-abusus etc.) sein ganz individuelles Erscheinungsbild, weswegen die Umstellung von einem erfahrenen Behandler begleitet werden sollte.

Götz Heine begleitet diesen rund 10-tägigen Prozess für eine Pauschale. Darin enthalten sind der tägliche E-Mail Austausch, sowie eine 24-Stunden Verfügbarkeit – wenn erwünscht bzw. nötig.

Der Wert…

… der Sahne-Diät für Ausdauersportler kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Erstmals kann mit simplen Nahrungsmitteln wie Sahne und Creme fraiche die Ernährungsgrundlage für den Wettkampf gesichert werden.

DISCLAIMER

Die hier beschriebene Sahne-Kur ersetzt weder bei akuten noch bei chronischen Erkrankungen den Besuch eines Arztes oder Heilpraktikers. Sie ist k e i n e Therapie, sondern versteht sich als zeitlich begrenztes Stoffwechseltraining, n i c h t als Heilmittel! Rein vorsorglich verweigert der Autor daher an dieser Stelle jegliche Haftung für etwaige Schäden, die vor, während oder nach Durchführung der hier geschilderten Ausführungen auf eigene Faust auftreten könnten.